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Alfred Edmund Brehm

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Von 1858 bis 1862 lebte Brehm in Leipzig, wo er als Lehrer für Geographie und Naturgeschichte am Modernen Gesamtgymnasium und der Höheren Töchterschule tätig war. Diese Stelle vermittelte ihm sein Onkel Moritz Zille, der seit 1850 dort lehrte, 1857 Vizedirektor und 1859 Direktor dieser Einrichtung wurde. In einem Brief Zilles an Brehms Eltern aus dem Jahre 1857 heißt es: "Es wird mir eine überaus große Freude sein für sein [Alfreds, d. V.] Unter- und Fortkommen in Leipzig mit besorgt zu sein. Ich glaube, Leipzig ist ein Boden für eine Pflanze wie Alfred."

Wie recht Zille mit dem letzten Satz hatte, zeigte sich schon wenig später. In Leipzig lebten damals einige 48er Revolutionäre, die von ihren Gegner wegen ihrer politischen Gesinnung gehaßt wurden. Mit diesem Kreis fortschrittlicher Bürger kam Brehm in Kontakt. Besonders eng schloß er sich dem Naturforscher und Förderer des Volksbildungsgedankens, Emil Adolf Roßmäßler, an, in dem er das Vorbild für sein künftiges Schaffen sah. Wie dieser wollte er ein Schriftsteller des Volkes werden und die Tierkunde aus der Enge der Fachwissenschaften in breite Bevölkerungskreise tragen. Somit wurde schon in Leipzig der Gedanke geboren, ein allgemeinverständliches Werk über die Tierkunde zu schreiben, den Brehm mit seinem "Illustrierten Thierleben" auch in die Tat umsetzte.

Durch Zilles Einfluß wurde Alfred Brehm schon 1858 Freimaurer. Im Mitgliederverzeichnis der St.-Johannis-Freimaurerloge "Apollo im Orient" von Leipzig für das Maurerjahr 1873/74 wird er als auswärtiges Mitglied mit der Stellung "Meister" geführt.

Während der Leipziger Zeit aktivierte Brehm auch seine schriftstellerische Tätigkeit und wurde durch seine packenden Veröffentlichungen in Roßmäßlers Zeitschrift "Aus der Heimath" sowie dem von Ernst Keil herausgegebenen Familienblatt "Die Gartenlaube" sehr schnell populär. Ernst Keil war es auch, der Alfred Brehm 1860 durch Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel eine Reise nach Norwegen und Lappland ermöglichte. Brehm stieß dabei bis an das Nordkap vor und konnte somit seine Kenntnisse um die nordischen Formen der Tierwelt, besonders der hochnordischen Vögel, bereichern. Auf dieser Reise schrieb er auch das erstemal seine Gedanken mit der gerade erlernten Kurzschrift (Gabelsbergersche Stenografie) in sein Tagebuch nieder. Die Stenografie war ihm später eine unentbehrliche Hilfe bei der Erledigung des umfangreichen Arbeitspensums.

Wenige Monate nach seiner Rückkehr von der Nordlandreise, am 14.05.1361, heiratete Alfred Brehm seine entfernte Cousine Mathilde Reiz (1840-1873) aus Greiz. Seine Mathilde war ihm während ihres Zusammenlebens eine verständnisvolle Gefährtin und wertvolle Gehilfin.

Eine neuerliche Reise führte Alfred Brehm 1862 als Begleiter des Herzogs Emst II. von Sachsen-Coburg-Gotha in das Wald. und wildreiche Hochland von Abessinien (Äthiopien). Brehms Erwartungen wurden jedoch enttäuscht, denn es wurde mehr eine Jagd- als eine Forschungsreise. Es gelang ihm aber trotzdem, weitere wesentliche Erkenntnisse über die Lebens- und Verhaltensweisen der afrikanischen Wildtiere, vor allem des Großwildes, zu sammeln.

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