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Brehms Tierleben

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Christian Ludwig, Alfred Edmund und Reinhold Brehm veröffentlichten mehrere Beiträge in der seit 1858 im Verlag Meidinger Sohn & Comp. Frankfurt am Main erscheinenden Zeitschrift "Mittheilungen aus der Werkstätte der Natur". Der Verleger Hermann Julius Meyer (1826-1909) hatte 1857 in die Meidinger-Familie eingeheiratet. Infolgedessen kam es wahrscheinlich auch zu ersten Kontakten zwischen Meyer und A.E. Brehm. Davon zeugen auch über 25 Beiträge Brehms, die zwischen 1861 und 1863 in den vom Bibliographischen Institut (BI) Hildburghausen herausgegebenen Periodika "Meyers Universum" und "Globus" erschienen. Der Verlagsvertrag über die Herausgabe des "Thierlebens" wurde allerdings schon im Jahre 1860 abgeschlossen. Brieflich wurde die Niederschrift des "Thierleben"-Manuskripts durch Brehm erstmals am 26. Oktober 1861 erwähnt. Für alle fünf Wirbeltier-Bände zeichnete der "Tiervater" persönlich als Autor verantwortlich, während der 6. Band mit dem Teil "Insekten, Tausendfüßler und Spinnenthiere" von dem Hallenser ntomologen Ernst Ludwig Taschenberg (1818-1896) und dem Teil "Krebse, Würmer und ungegliederte wirbellose Thiere" von dem Straßburger Zoologen Eduard Oscar Schmidt (1823-1886) bearbeitet wurde. Schmid war 1853/55 an der Universität Jena einer von Brehms Lehrern gewesen.

Natürlich hatte Alfred Brehm für sein "Thierleben" auch gewisse konzeptionelle Vorbilder zu Rate gezogen und sich aus der bisher erschienenen diesbezüglichen Literatur auch mehrere bevorzugte Quellen herausgesucht. So erkennt man Einflüsse des Werkes "Versuch einer vollständigen Tierseelenkunde" von Peter Scheitlin (Stuttgart 1840). Gern und oft zitierte er den Amerikaner J. Audubon (1785-1851), die Engländer J. Gould (1804-1881), A.R. Wallace (1823-1913) und T. Jerdon (1811-1872), seltener C. Darwin (1809-1882). Neben oftmaligem Verweis auf antike Autoren wie Plinius, Aristoteles, Aelian, Strabo, Herodot, Martial, Diodorus Siculus griff Brehm auch oft zu Textauszügen aus Werken von C. Gesner (1516-1565), während die meisten Zitate aus den Schriften der Ornithologen J.F. Naumann (1780-1857) und seinem Vater, Christian Ludwig Brehm (1787-1864) stammen.

Weitere wichtige Quellen waren für Brehm Gespräche mit Personen seiner Familie und seines unittelbaren Umfeldes sowie Mitteilungen seiner vielen Briefpartner, wozu u.a. gehörten sein Bruder Reinhold, Kronprinz Rudolf von Österrech, der Gerarer GymnasialprofessorK. T. Liebe, der Vogelzüchter E. Zur Linden, der Java-Botaniker J. K. Hasskarl, der Ägyptologe J. Dümichen, der Schweizer Alpenfaunist G. A. Girtanner, der deutsche Ornithologe E. F. von Homayer (1809-1889). „Brehms Thierleben“ war nicht nur in der Verbreitung ein Volksbuch, sondern auch schon in seiner „Erstellung“.

Die erste Auflage von Alfred Brehms Hauptwerk erschien in den Jahren 1864-1869 unter dem Titel „Illustriertes Thierleben“ (6 Bände im BI Hildburghausen). Ab der zweiten Auflage (1876-1879) hieß das Werk „Brehms Thierleben und umfasste 10 Bände und erschien im BI Leipzig und Wien. Zur Verlagsstrategie des BI gehört es, dass erfolgreiche Bücher in andere Sprachen übersetzt wurden. Somit wurde „Brehms Thierleben“ der weiten Welt bekannt. [Eine Bibliographie der deutschsprachigen Tierleben-Ausgaben kann über die Brehm-Gedenkstätte Renthendorf angefordert werden].

Zur Popularität der „Thierleben“-Bände haben auch die Illustrationen einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet. „Der durch Robert Kretschmar (1818-1872) entwickelte Stil der Tierdarstellung wurde durch Illustratoren wie Göhring, Kuhnert und Mützel fortgesetzt und beherrschten die zoologische Literatur lange Zeit... die Tradition der deutschen Buchillustration hat gerade in Werken Alfred Brehms einen wichtigen Impuls erfahren...“ (H. Günther 1988)

Das „Thierleben“ erlebte auch im 20. Jahrhundert viele Neuauflagen und Bearbeitungen. Es gehört in vielen Familien als „Erbstück“ zum Bestand der Hausbibliothek und erfreut mit seinen inzwischen zahlreichen, mehr oder weniger gelungenen Varianten, nach wie vor das Herz vieler Tierfreunde und „Bücherfans“ in aller Welt.

Die nachfolgenden Texte stammen aus "Brehms Thierleben" ( 2. Auflage 1876-79)

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