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Christian Ludwig Brehm

"CHRISTIAN LUDWIG BREHM war ein Pionier der Ornithologie, einer der unseren, auf den wir auch heute nuch stolz sein können und stolz sind. Er verband als Theologe eine tiefe Gläubigkeit mit dem Studium der Natur."
Prof. Dr. Heinrich Dathe, 1987

Christian Ludwig Brehm, der auch als "der alte Brehm" oder"Vogelpastor" bekannt ist, war zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Vogelkundler Europas. Obgleich auf dem Gebiet der Ornithologie "nur" Autodidakt, leistete er einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung dieses Wissenschaftszweiges.

Stresemann schrieb 1954 über Brehm: "Zu den Bahnbrechern der modernen Populationskunde kann man C. L. Brehm nur insofern zählen, als er durch Ergebnisse seiner gründlichen Untersuchungsweise den Blick auf feine Unterschiede der Struktur oder der Färbung gelenkt hat ... Zu Lebzeiten Brehms verurteilten fast alle Ornithologen seine subtilen Untersuchungen als müßige Spielerei, ja sie hielten sogar die Unterschiede, die er zwischen Waldbaumläufer und Gartenbaumläufer, Sumpfmeise und Weidenmeise oder zwischen den beiden spanischen Haubenlerchen-Arten gefunden hatte, für ,zufällige Abweichungen'.“

Christian Ludwig Brehms Verdienst besteht aber gerade darin, daß er sich von seiner neuen Betrachtungsweise trotz aller Kritik nicht abbringen ließ. Die Basis für seine naturwissenschaftlichen Arbeiten bildete die Natur selbst und aus ihr schöpfte er seine Erkenntnisse. Alfred Brehm schätzte das Werk seines Vaters so ein: "In Hinsicht auf die Mittel, welche ihm zu Gebote standen, hat er Großes geleistet: er hat eben schaffen helfen. Es fehlte ihm an Gelegenheit sich mit dem einschläglichen Schriftthum so vertraut zu machen, wie er oft, sehr oft gewünscht hat, deshalb wandte er sich an die Natur selber - und sie hat ihn denn auch nie verlassen."

Christian Ludwig Brehm wurde am 24.01.1787 in Schönau vor dem Walde bei Gotha als Sohn eines Pfarrers geboren. Schon frühzeitig erwachte in ihm die Liebe zur Natur und insbesondere zu den Vögeln. Seinen ersten Schulunterricht erhielt er in Ernstroda, und er lernte bereits in dieser Zeit das Ausstopfen von Vögeln. Von 1800 bis 1807 besuchte er das Gymnasium Ernestinum in Gotha und studiert anschließend bis l809 Theologie in Jena. Danach war er bis zum Frühjahr 1812 als Hauslehrer bei der Familie Stein in Lausnitz unweit Neustadt/Orla tätig. Von da aus ging er als Pfarrer nach Drackenderf bei Jena, übernahm aber schon am 01.01.1813 die Pfarrstelle in Unterrenthendorf, wo er bis an sein Lebensende wirkte. Hier war er weit über sein Kirchspiel hinaus ein geliebter und verehrter Mann, sowohl als Prediger wie als stets bereiter Helfer in allen Verlegenheiten und Nöten." Geh' zum Renthendorfer - der hilft, wenn es möglich ist" war damals fast sprichwörtlich in der ganzen Umgegend. "Den 'alten Pastor Brehm' hat nur die Umgegend seines Heimatortes kennen gelernt, den 'alten Brehm' die Welt" schreibt Alfred Brehm im Lebensbild seines Vaters.

Renthendorf war für den Ornithologen C. L. Brehm aber auch wie geschaffen. Hier fand er ideale Bedingungen für die Fortführung seiner vogelkundlichen Studien vor. Auf dem nahen Baderberg nutzte er zwei alte Ahornbäume als Vogelwarte. Von diesem Standort hatte er einen weiten Rundblick über das Tälergebiet und konnte vor allem den Vogelzug sehr gut verfolgen.

 

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