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Christian Ludwig Brehm

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Am 15.01.1813 heiratete er Amalia Wachter (l790-1826), die älteste Tochter des Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn Ferdinand August Wachter auf Unter- und Oberrenthendorf. Aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor, wovon jedoch schon fünf im ersten Lebensjahr verstarben. Bei der Geburt des achten Kindes, einer Totgeburt, starb 1826 auch seine Frau. Seine zweite Ehe schloß er 1827 mit Bertha Reiz aus Brinnis bei Delitzsch. Außer Alfred Edmund und Reinhold schenkte ihm seine Frau noch weitere vier Kinder, von denen das letzte wiederum kein Jahr alt wurde. Größere Forschungs- und Sammelreisen, wie später seine Sohne, konnte C. L. Brehm auf Grund seines Berufes und seiner beschränkten finanziellen Möglichkeiten nicht unternehmen. Seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse beruhen daher vorwiegend auf eigenen Beobachtungen in und um Renthendorf, auf brieflichen Mitteilungen seiner Freunde sowie auf seiner umfangreichen Vogelsammlung.

Alfred Brehm schrieb einmal: "… in den Thüringer Landen hat kein Privatmann je ein größeres Revier beschossen als der Vater. Aber die Jagd war immer nur eine nebensächliche Beschäftigung meines Vaters: Beobachtung Belauschung, Erforschung des Lebens seiner Jagdthiere blieb unter allen Umständen die Hauptsache, er verfolgte den Vogel im Walde durch alle Abschnitte seines Lebens, wie er ihn später, mit Hilfe der Freunde, durch alle Strecken seines Verbreitungsgebietes verfolgte. Als er die genügende Kunde der deutschen Landvögel erlangt zu haben vermeinte, sandte er seinen Schüler Schilling nach den Gestaden der Ostsee, um dort an seiner Statt das Leben der Meeresvögel zu erforschen, und später ließ er mich hinausziehen nach Süden und Norden hin, ein volles Sechstheil der Erde durchstreifen, damit ihm auch aus ferneren Landen Kunde werde über das Treiben seiner Lieblinge."

Durch die Unterstützung seiner Freunde und Söhne erwarb sich C. L. Brehrn eine selten große Kenntnis auch der Vogelwelt außereuropäischer Länder. Aufgrund seiner vielfältigen Untersuchungen und Vergleiche stellte er fest, daß sich durch unterschiedliche Umweltbedingungen, wie Klima, Vegetation oder Nahrungsangebot, charakteristische Merkmale am Gefieder, am Schnabel usw. herausbilden. Ohne weiteres konnte er Vögel aus dem Nadel- und Laubwald voneinander unterscheiden. Wenn er typische Kennzeichen bei mehreren Vögeln der gleichen Art erkannte, gab er diesen besondere wissenschaftliche Namen, wodurch die damals z. T. stark umstrittenen Brehmschen "Subspezies" entstanden.

Seine ornithologischen Erkentnisse publizierte er z. B. in Prof`. Okens bekannter Zeitschrift "Isis". Er veröffentlichte aber auch mehrere geschlossene wissenschaftliche Werke, wie seine "Beitrage zu Vogelkunde", "Lehrbuch der Naturgeschichte aller europäischer Vögel", "Handbuch der Naturgeschichte aller Vögel Deutschlands", "Die Kunst, Vögel als Balge zu bereiten" oder "Die Naturgeschichte und Zucht der Tauben".In seinen wissenschaftlichen Abhandlungen lassen sich zwei grundsätzliche Zielrichtungen erkennen: die Feststellung und Beschreibung der Arten und Unterarten von Vögeln sowie die anschauliche Schilderung ihrer Lebens- und Verhaltensweisen. Aufgrund seiner großen wissenschaftlichen Leistungen wurde er zum Mitglied vieler naturforschenden Gesellschaften ernannt und erhielt 1858 die Ehrendoktorwürde der medizinischen Fakultät der Universität Jena. In der Begründung für diese Auszeichnung heißt es, daß er "sich größte und verdiente Achtung über Europas Grenzen hinaus erworben hat." Als anerkannter Mitbegründer der deutschen Ornithologie starb er am 23.06.1864 in Renthendorf.

Quelle: Museumsführer der Brehm - Gedenkstätte Renthendorf

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