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Historisches

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Das Brehmhaus in Renthendorf - die heutige Brehm-Gedenkstätte

Als CHRISTIAN LUDWIG BREHM (*1787) in den frühen Morgenstunden des 23. Juni 1864 starb, wusste seine Witwe, was sie zu tun hatte. Was folgte, ließ nur einen Schluss zu: Der„Vogelpastor” hatte vorgesorgt. Mit dem Bauernguts- und Ziegeleibesitzer JOHANN GOTTFRIED WILHELM SENF in Unterrenthendorf war offensichtlich ausgemacht, dass Frau BERTHA BREHM geb. REIZ (*1808) nach dem Tode ihres Gatten aus dem Senfschen Besitz ein Grundstück in der Nähe der alten Pfarrei käuflich erwerben kann, um dort für sich und die noch im Haushalt verbliebenen drei geistig behinderten Söhne (Rudolph, *1816; Edgar, *1835 und Arthur, *1839) ein Wohnhaus errichten zu lassen.

 

Zwei Wiesenparzellen wechselten deshalb bereits vier Wochen später, am 21. Juli 1864, für eine Bar-Summe von 300 Reichstalern den Besitzer. Nach Begutachtung seines Angebotes wurde der Maurermeister JOHANN GOTTFRIED VOGEL aus Oberrenthendorf mit dem Bau des Hauses beauftragt, obwohl ALFRED BREHM (1829-1884) damals gern ein solches, wenn auch ein bisschen teurer, in Jena gesehen hätte. Alfred musste aber die Entscheidung seiner Mutter für Renthendorf akzeptieren und hat diese in späteren Jahren vielleicht auch positiver beurteilt als im Jahre 1865. Er schickte Bauzeichnungen als Vorschlag und gab verschiedene Tipps. Schließlich hatte er ja auf dem Bau (in Altenburg) gelernt und auch ein Semester Architekturstudium in Dresden absolviert. Aus seinen Erfahrungen resultierte u. a. der Hinweis „den Meister recht zu treiben, damit das Haus nun endlich äußerlich fertig werde und mit den vielen inneren Arbeiten begonnen werden kann. Diese nämlich nehmen immer sehr viele Zeit weg und sind gar nicht gleich beendet... Was den Plan, einen Graben ums Haus zu ziehen und den mit Steinen anzufüllen, anlangt, so ist der gewiß gut, und wenn die faulen Jungen wollen, können sie die nöthigen Steine auch zusammenlesen. So viel ist sicher, daß Du damit alle Nässe vom Haus abhältst; Du mußt die Steine aber mit Sand beschütten lassen, welcher das Wasser durchläßt, nicht mit Lehm, welcher es oben hält und gar nicht auf die Steine kommen läßt. Der Graben braucht nicht tiefer als e i n e Elle zu sein (denn die Nässe kommt von oben, nicht von unten); er muß aber Fall haben, nach der Hohle zu, damit das zwischen den Steinen dahinsikernde Wasser abfließen kann. Kleinere Steine sind besser als größere, eckige besser als runde. Wenn Du sie 1/2 Elle hoch schüttest, ist es genug, darauf 1/4 Elle Sand und 1/4 Elle gute Erde...”(1)

 

BERTHA BREHM hatte seitens der Kirchenbehörde die Genehmigung erhalten, bis Pfingsten1865 (4./5. Juni) im Pfarrhaus wohnen zu dürfen, zumal die Pfarrstelle auch noch nicht wieder neu besetzt war. Diesen Zeitraum hat sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bis zum letzten Tag genutzt. Über den wirklichen Zeitpunkt des Umzuges konnten bisher leider keine Zeitzeugnissegefunden werden. Im Rahmen dieses Umzuges wechselte aber auch die Sammlung des „Vogelpastors” ihren Standort und gelangte in die Dachbodenräume des neu erbauten Hauses. Das neue Wohnhaus ist größtenteils unterkellert und bietet Wohnräume im Erdgeschoss und der ersten Etage sowie Lagermöglichkeiten auf dem Oberboden. In Briefen der Familie fanden u. a. Erwähnung: das blaue Zimmer, das gelbe Zimmer am Wäldchen oder „Waldstube“, das „Thalstübchen“, das Speisezimmer, die Küche. Die „Jungen”, wie die drei geistig behinderten Brüder A.E. BREHMs in der Familie genannt wurden, bewohnten Zimmer im ersten Stock.

 

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