FacebookTwitterRSS Feed

Gänsegeier auf Nahrungssuche in den Tälerdörfern

am . . Zugriffe: 6433

Kleinebersdorf:

Am 21. Juni dieses Jahres bemerkten Bäuerinnen beim Gang zur Versorgung der Mutterkuhherde auf einer Viehkoppel bei Kleinebersdorfer einen Gänsegeier, der dort an einem toten Kalb gelandet war. Kleinebersdorf gehört zu den Tälerdörfern in Ostthüringen und ist die Nachbargemeinde von Renthendorf.

 

Obwohl das Kalb aus seuchenhygienischen Gründen sofort abtransportiert wurde, fanden sich dennoch am nächsten Tag sogar zwei Gänsegeier auf der Suche nach etwas Fressbarem wieder ein. Die Nachricht über das Erscheinen dieses seltenen Gastes hatte unser Schatzmeister, Herr Thomas Peter an die Internetplattform der Thüringer Ornithologen gemeldet, wodurch nun wiederum weitere Ornithologen angelockt wurden, denen dann am 22. Juni ausgezeichnete Fotos von einem sitzenden und fliegenden Gänsegeier gelangen. Sie können auf weiteren Fotos unter www.club300.de  in der Gallery Germany bewundert werden.

 

Der Gänsegeier gilt in Thüringen als sehr seltener Irrgast, der zwischen 1830 und 1980 nur 5x beobachtet worden ist. Er ist Brutvogel auf dem Balkan und in Spanien. Bereits im Mai/Juni 2006 gab es einen ungewöhnlich individuenstarken Einflug von Gänsegeiern nach Mitteleuropa. Ursache dafür war eine neue EU-Verordnung, wonach Haustierkadaver innerhalb aller Länder der EU sofort zu beseitigen seien. Damit wurde faktisch den Geiern in Spanien die Nahrungsgrundlage entzogen, denn dort galt bislang die Tradition, dass tote Haustiere auf speziellen Plätzen abgelegt und durch die Geier kostengünstig entsorgt wurden. Doch nun verstrichen die hungrigen Vögel auf der Suche nach Nahrung in nördlicher Richtung, wo sie teils stark geschwächt aufgegriffen wurden. Inzwischen soll diese widersinnige Verordnung für die südlichen Länder wieder etwas gelockert worden sein. Da werden Regierungsprogramme zum Erhalt der Biodiversität verabschiedet und viele Gelder zu ihrem Erhalt aufgewendet und zeitgleich mit einer anderen Verordnung diese Maßnahmen torpediert. Die Beobachtung bei Kleinebersdorf zeigt uns, dass wir durchaus mit solch seltenen Gästen weiterhin rechnen können.

 

Beeindruckend ist die unglaubliche Sinnesleistung dieser Vögel, die sich grundsätzlich nur von Aas ernähren. Da sie nun bei Kleinebersdorf auf der Viehkoppel ein totes Kalb entdeckten, sind sie dort gelandet. Aus welcher Höhe sie das Kalb bemerkten, kann von uns nicht beantwortet werden. Sie müssen aber sehr hoch geflogen sein. Diese Beobachtung zeigt uns aber auch, dass unser Gebiet sicherlich gelegentlich von diesen großen Aasfressern überflogen wird, ohne dass wir sie überhaupt bemerken.

 

Spendenbutton

Unterstützen Sie die Arbeit des Förderkreises Brehm e.V.

Betrag EUR